Warum essen Veganer eigentlich so Ersatzprodukte?

Wieso machen Veganer eigentlich genau die Produkte nach, die sie nicht mehr essen wollen?

Diese Frage kommt immer wieder auf und wieder gibt es gleich mehrere Antwortmöglichkeiten. Die erste ist natürlich, wie immer: Geh mir aus der Sonne, damit ich in Ruhe meine veganen „Chicken“nuggets in meinem Blumenkohl“käse“dip ertränken kann, um das Ganze dann mit meinem Schoko-Erdnuss-„Milch“shake nachzuspülen. Man beachte die wunderschönen Gänsefüßchen. Schließlich darf der Veganer alle anderen nicht in die Irre führen, die versehentlich Soja“milch“ kaufen könnten, obwohl sie doch Kuhmilch mit Sojageschmack wollten. Oder so zumindest erkläre ich mir das Verbot, vegane Alternativen so zu benennen wie das, was sie vielleicht ersetzen wollen.

Aber ich schweife ab. Menschen, die ein bisschen geduldiger sind als ich, oder gerade einen geduldigen Tag haben, können auf die Frage, warum Veganer denn Fleisch „nachbauen“, obwohl sie es nicht mehr essen wollen, im Wesentlichen auf zwei Punkte verweisen.

Erstens. Die meisten Menschen werden aus den verschiedensten Gründen vegan und diese Gründe haben meistens nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob ihnen die Tierprodukte schmecken oder nicht.

Viele Menschen werden vegan, weil ihnen die Tiere leidtun, weil sie etwas für ihre Gesundheit tun möchten oder weil ihnen irgendwie wichtiger ist, dass der Planet bewohnbar bleibt, als dass sie sich ein Steak auf den Grill hauen. Es gibt sicherlich auch den ein oder anderen Ausnahmeveganer, der nur vegan ist, weil die Tierprodukte einfach nicht munden und dieser Ausnahmeveganer kann ja gerne einen großen Bogen um Sojajoghurt machen.

Die anderen Veganer freuen sich einfach, dass es so leicht geworden ist, die Dinge zu essen, mit denen die meisten wohl auch aufgewachsen sind und trotzdem einen bedeutsamen Beitrag zu den Themen, die ihnen wichtig sind, zu leisten.

Zweitens. Ein Schweinchen wird auch nicht von selbst zum Schnitzel. Die Form „Schnitzel“ oder „Würstchen“ oder „Aufschnitt“ ist einfach praktisch.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eben auch einfach praktisch, die geschmackvolle Masse in Scheibchen zu schneiden oder in wurstform zu pressen. Direkt an einem Schweinchen nagen werden die meisten Leute doch auch unpraktisch finden. Die Form „Schnitzel“ oder „Würstchen“ sind wir einfach gewohnt und die Form ist praktisch, um sie zu Hause auf dem Elektroherd zu braten und warm zu machen, wenn man gerade keine große Feuerstelle in der Wildnis zur Verfügung hat. Dabei ist es zuerst einmal egal, aus was diese geschmackvolle Masse denn genau besteht. Irgendwie ist es doch ganz schön lächerlich, sich neben die Bärchenwurst im Kühlregal zu stellen und sich vorzustellen, dass die einzig richtige Masse aus der die Bärchenwurst bestehen darf, zu 60% aus Schweinefleisch, 15% aus Truthahnfleisch und dann noch aus Wasser, Gewürzen,  Zucker und natürlich Stabilisations- und Konservierungszaubereien besteht.